Bare-Bone Notebook

Wie weit kann man einen Notebook zerlegen ohne ihn kaputt zu machen und ihn trotzdem noch starten zu können? Um das herauszufinden habe ich mir gestern Abend die Mühe gemacht einen alten Acer Aspire 1694 WLMI in seine Einzelteile zu zerlegen. Der Notebook würde tadellos funktionieren, wenn ich ihn nicht vor Jahren durch etwas zu gut gemeintem Übertakten der Grafikkarte an den Rande des Wahnsinns getrieben hätte. Grundsätzlich hätte er auch dann noch funktioniert, doch letzte Woche kam ich auf die glorreiche Idee die Hardwarebeschleunigung wieder voll zu reaktivieren und die „Stromspartechnologie“ PowerPlay zu deaktivieren. Diese Kombination führte dazu, dass der Notebook nach ca. 10 Sekunden im Windows Betrieb abstürzte. Was gibt es also besseres als einmal einen so hochkomplexen Haufen Schrott bis ins kleinste Detail zu untersuchen?

Gesagt getan, konnte ich nach einer kurzen Recherche im Internet das Servicehandbuch des Notebooks finden. Dort wird exakt beschrieben wie man den Notebook Stück für Stück in seine Einzelteile zerlegt. Als ich mit dem Zerlegen fertig war, kam mir die faszinierende Idee zu testen, ob der Notebook immer noch starten würde. Und siehe da, es funktionierte, der Notebook bootete ohne Probleme vom Akku. Nun, da der Notebook bereits soweit zerlegt war, wollte ich versuchen die Grafikkarte zu entfernen, um sie eventuell später ersetzen zu können. Nach dem Entfernen der Heatpipe konnte ich die eingebaute ATI X700 tatsächlich finden, nur leider war sie so gut ins Mainboard integriert/verlötet, dass man sie nicht einfach tauschen konnte. Aufgeben wollte ich aber dennoch nicht, immerhin hatte ich einmal gehört, dass man durch das Backen der Platine so manche Grafikkarte wieder zum Leben erwecken konnte. Also nichts leichter als das, Backrohr auf 200° Umluft vorheizen, alle entfernbaren Plastikteile und Aufkleber sicherheitshalber abnehmen und dann ab in den Ofen. Nach ca. 5 Minuten war mein Adrenalinpegel hoch genug und meine Angst vor dem plötzlichen Explodieren der Kondensatoren hoch genug um den Ofen abzuschalten und die frisch gebackene Platine wieder herauszunehmen (Achtung: Heiß und fettig:-)). Zu meinem Erstaunen funktioniert der Notebook nach dem Backen und Zusammenbauen noch immer genauso schlecht wie vorher, aber immerhin hatte er das Backrohr heil überstanden.

Man könnte über die Sinnhaftigkeit der gestrigen Aktion streiten, Fakt ist, ich bin wieder um eine Erfahrung reicher, und hab nach dem Zusammenbau immerhin 6 Schrauben mehr als voher (da sieht man mal das Einsparungspotenzial ;-)).

  1. Ludwig sagt:

    Sehr kreativ – na dann guten Appetit :-)

  2. Stefan sagt:

    cool

  3. Chris sagt:

    Gute Aktion. Ich freue mich auch immer Wahnsinnig, wenn nach dem Zusammenbauen noch schrauben übrig sind. 😉

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