GNOME 2 lebt! ¡Bienvenidos MATE!

Seit dem Einstellen des Supports von GNOME 2 unter Arch Linux bin ich auf der Suche nach einem neuen Standarddesktop für mich, da ich mich, wie ich auch bereits öfters erwähnt habe, mit dem neuen GNOME 3 einfach nicht anfreunden kann. Während dieser Zeit hab ich KDE wieder einmal ausprobiert, LXDE versucht, Openbox getestet, Unity probiert, aber schließlich den Großteil der Zeit unter Xfce 4.8 im GNOME 2 Look oder unter Windows verbracht. Nun besteht allerdings Grund zur Freude: Mit “MATE” gibt es jetzt einen Fork der letzten GNOME 2.x Version, der nicht nur den alten Desktop so lange wie möglich am Leben erhalten versucht, sondern auch aktiv weiterentwickeln will.

Auf der Projektseite von MATE stellt sich der Fork folgendermaßen vor:

“MATE Desktop Environment, a non-intuitive and unattractive desktop for users, using traditional computing desktop metaphor.”

Der argentinische Initiator “Perberos” steht dabei mit seinem Fork nicht alleine da. Die nächste Version von Mint wird aller Voraussicht nach neben GNOME 3 auch MATE als eigenständigen Desktop mit sich bringen.

Test

Um sich selbst ein Bild von MATE zu machen, kann man es ganz einfach unter Arch Linux (und mittlerweile dank eines PPAs auch unter Ubuntu) installieren und ausgiebig testen. Unter Arch Linux kann man sich eine Version entweder selbst über das AUR kompilieren oder das vom Projektleiter gewartete Pacman-Repositorium verwenden. Da dieses allerdings nur sehr schlecht erreichbar ist, habe ich einen kleinen Mirror davon gemacht, der unter ftp://tridex.net/mate/ erreichbar ist. Um das Repo zu verwenden genügt folgender Eintrag in der /etc/pacman.conf:
[mate]
Server = http://tridex.net/repo/archlinux/$arch

Anschließend lässt sich MATE ganz einfach mittels
# pacman -Sy mate-desktop-environment
installieren und über die ~/.xinitrc starten:
exec ck-launch-session mate-session
Mehr Informationen zur Installation unter Arch Linux finden sich bereits im Wiki!

Fazit

Wenn sich rund um den neuen Fork genügend interessierte Entwickler sammeln und einige Distributionen für die Idee eines Fortbestehens von GNOME 2 gewinnen lassen, dann stehen die Chancen nicht schlecht, dass es in Zukunft noch eine weitere Alternative zu den bereits bestehenden Desktop-Environments geben wird. Das wird allerdings nur gelingen, wenn sich das Projekt weiterentwickelt und neue interessante Features integriert. Natürlich stellt sich die Frage, ob es nicht sinnvoller wäre, statt an GNOME 2 weiterzuarbeiten, GNOME 3 zu verbessern und dort “Taskbarsüchtigen” eine Alternative zur GNOME Shell und dem etwas mickrigen Fallback-Modus zu geben, wie dieser Blogger anrät. Den einen oder anderen Kritiker wird man auf alle Fälle noch überzeugen müssen ;-)

Update – Debian Repository

Mittlerweile gibt es auf tridex.net auch ein Debian Repository für MATE. Dazu reicht es folgendes zur Datei /etc/apt/sources.list hinzuzufügen:
deb http://tridex.net/repo/debian sid main
Weitere Infos zu Repositorien anderer Distributionen finden sich auf GitHub.

Update – Neue Repositorien für Arch Linux, Debian und Ubuntu

Es gibt mittlerweile auch ein Repositorium für Ubuntu. Mehr Informationen zur Installation sowie zur neuen Domain für alle Pakete finden sich hier.

  1. fabrixx sagt:

    Sorry, why your mate debian wheezy repo is empty?

  2. Oscar alias xpenguin sagt:

    Es ist jetzt etliche Monate später, und auch Precise Pangolin glänzt mit einem eigenen Repo für Maté:
    deb http://packages.mate-desktop.org/repo/ubuntu precise main

    Ich verwende Maté nicht, denn erstens weiß man nicht, wie lange es das geben wird, und zweitens funktionieren die Maté-Tools ausschließlich in Maté, also nicht in XFCE und LXDE. Daher hat man dann jede Menge Doppeltes im Menü, auch wenn die Dinger bei Maté meist anders heißen. Eine Ausnahme: Man kann zumindest angeblich die Maté-Panel-Applets auf das XFCE-Panel holen. Dazu muß man in XFCE das ensprecvhende Paket installieren. Bei mir hat das bloß bislang noch nicht funktioniert, denn das Ding wird jedesmal als “kaputt” angezeigt. Da hat man mal wieder etwas ohne Abhängigkeiten auf den Repo gepackt, wie wir es ja schon von KNOPPIX 6.7 bzw. SuSE 11.4 gewohnt sind…

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